Ablauf

Die Bindungsanalyse können Sie bereits in der frühen Schwangerschaft bis idealerweise Mitte der Schwangerschaft beginnen. Doch auch ein später Start kann noch unterstützen, wenn z.B. häufigere Termine stattfinden. Und auch in der Kinderwunschphase können Elemente der Bindungsanalyse wertvoll sein.

Wir beginnen die Begleitung mit zwei Terminen zum ausführlichen Kennenlernen, der Anamnese. Hier bespricht die Bindungsanalytiker*in mit Ihnen die wichtigen Ereignisse Ihres Lebens, vor allem Ihre frühe Lebenszeit, die aktuelle und eventuell vorausgegangene Schwangerschaft(en) und mögliche Belastungen. Dann beginnen die sogenannten Babystunden; eine, bei Bedarf auch zwei, Liegungen pro Woche.

Nach den empfohlenen 10 bis 15 Babystunden schließt sich etwa ab der 37. Schwangerschaftswoche die Abschlussphase an. Hier geht es um die Vorbereitung auf die Geburt, um die Erinnerung an den Verlauf der Schwangerschaft, um den Abschied von der Zeit der besonderen Gemeinsamkeit während der Schwangerschaft, und die Vorbereitung auf den bevorstehenden Übergang zum Leben nach der Geburt. Die Kommunikation mit Ihrem Kind über all diese Themen führt zu einer nachhaltigen Ermutigung und Selbstermächtigung.

Zu Anfang der Babystunden empfinden viele Schwangere Unsicherheit, ob die Bilder und Empfindungen eigene sind oder wirklich vom Baby kommen. Wenn Aufmerksamkeit und innere Präsenz da sind, wird die Kommunikation aber immer klarer und die Beziehung festigt sich. Die Schwangere und ggf. ihr/e Partner*in wachsen in die neue Rolle hinein.
Das Gefühl fürs Baby wird oftmals so klar, dass eventuelle Probleme früh erkannt und dadurch auch bearbeitet werden können.

Das Baby nimmt sich durch die Kommunikation und das Spiegeln als eigene Persönlichkeit in Abgrenzung zur Mama wahr, was für die Geburt und die weitere seelische Entwicklung sehr bedeutsam ist. So kann es, wenn es soweit ist, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch vollkommen zur Welt kommen.

Erfahrungen

„Als wir wenige Stunden nach der Geburt allein waren, griff meine Tochter nach meinem Finger und lächelte mich an.“

„(…)So geschah es auch während der Geburt. Als meine Hebamme sagte, es sei nun so weit geschafft, mein Baby müsse sich „nur" noch ein Stück drehen, sprach ich laut zu meinem Baby: „Du musst Dich jetzt nur noch ein Stück drehen, mein Schatz, dann wird es für uns beide leichter. Hierher, zu meiner Hand". Und sofort drehte sich die Kleine in die richtige Richtung.(…)“

„Oft ging ich so müde und schlapp in die Sitzung, aber wenn sie dann aufgetaucht ist und sich zu mir drehte und lächelte, dann ging die Sonne auf. Dann war die Erschöpfung verschwunden…“

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